Geschichten des Gelingens: Begegnung mit Flüchtlingen

von Peggy Kammer

aus: LN Ostholstein 12.02.2015
aus: LN Ostholstein 12.02.2015

Vor kurzem berichteten wir über die ersten Schritte des Wandelforums in der Welt: unseren Kontakt zum Asylbewerberheim in Alsbach. Zum Wandelmut gehört Ermutigung. 


Und was könnte ermutigender sein, als Geschichten des Gelingens zu hören und zu lesen?  

 


Der Eutiner Friedenskreis hatte, zusammen mit der Ortsgruppe von Amnesty International und der Kreisbibliothek, zur Veranstaltung "Zeitzeugen unter uns: Krieg und Flucht 1945 und heute." eingeladen. Die rund 100 Gäste waren bewegt, erschüttert und gebannt von den Geschichten der Flüchtlinge..

 

"Erzählt wurden fünf Schicksale: eine Geburt und glückliche Rettung am Ende des Zweiten Weltkrieges, die Erlebnisse eines jungen Soldaten zu dieser Zeit, der Flüchtlingstreck einer Familie aus Pommern, die Flucht eines jungen Afghanen - und Hashis Odyssee." (Quelle: LN Ostholstein 12.02.2015)

Hashis Odyssee

Hashi Bashir Askar im Gespräch mit Lutz Tamchina (aus: Ostholsteiner Anzeiger vom 13.02.2015)
Hashi Bashir Askar im Gespräch mit Lutz Tamchina (aus: Ostholsteiner Anzeiger vom 13.02.2015)

Hashi Bashir Askar ist 21 Jahre alt und kommt aus Somalia. Er ist einer der vielen Tausend Flüchtlinge, die mit einem kleinen Schlauchboot (15m lang, 5m breit) über das Mittelmeer von Libyen nach Malta geflohen sind. Seine Heimat Somalia, die von Terrorgruppen und Warlords regiert wird, hat er 2008 das letzte Mal gesehen. Seit dem Sommer 2014 lebt er nun in Eutin. In den Jahren dazwischen war er auf der Flucht. Und er war eingesperrt. 6 Jahre. 6 lange Jahre, in denen er zu Fuß, im Bus, im LKW - zusammengepfercht mit 100 anderen Flüchtlingen - und im Gefängnis um sein Leben kämpfte. Viele andere Flüchtlinge sind gestorben.


Als Hashi seine Heimat verließ, war er gerade einmal 15 Jahre alt.

Mittlerweile hat Hashi eine Aufenthaltserlaubnis für 3 Jahre, holt seinen Realschulabschluss nach und möchte gern Handwerker werden. 

Sage es laut. Sage es klar. Flüchtlinge sind hier willkommen!

Am Samstag, 28.02.2015, sind viele Dresdener Bürger ihrem Herzen gefolgt und haben an einer Solidaritätsbekundung für Flüchtlinge teilgenommen. Der Aufruf dazu lief unter anderem über change.org


Mehrere Tausend Menschen beteiligten sich an dem Marsch durch die Dresdener Innenstadt, darunter viele Asylbewerber, von denen einige als Redner auftraten. 


Nach der Demonstration haben einige Teilnehmer kurzerhand auf dem Theaterplatz campiert. Auf der gestrigen Pressekonferenz teilten die Organisatoren mit, dass die Flüchtlinge und ihre Unterstützer einen Monat vor der Dresdner Semperoper campieren werden.   weiterlesen

Begegnungsräume schaffen

Der Friedenskreis in Eutin möchte eine Begegnungsstätte eröffnen, wo Flüchtlinge und Eutiner zusammenkommen können. Eine Begegnungsstätte, wo sich Menschen begegnen können. Menschen von unterschiedlichen Plätzen unserer Welt. Menschen, die sich verbunden fühlen, die ihren Beitrag leisten wollen für Verständigung und Solidarität.

Welche Geschichte des Gelingens kannst du erzählen?

Engagement hat viele Gesichter, Engagement findet viele Wege. Egal, ob es große, medienwirksame Kundgebungen sind, kleine regionale Initiativen oder ein ganz persönlicher Kontakt und individuelle Hilfe für "nur" einen Menschen. Alles zählt. Jeder zählt.

 

Welche Initiativen und Projekte können Mut machen, aktiv zu werden? Wir freuen uns, wenn du mit uns deine Geschichte teilst. Eine kleine Geschichte des Gelingens. 


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