Körper, Geist und Seele in Einklang bringen - Teil 2

von Franziska Hengl

Körper, Geist und Seele in Einklang bringen Teil 2
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Körper, Geist und Seele in Einklang bringen:

Im ersten Teil unserer Reihe hast du gelesen, wie diese 3 Elemente miteinander verbunden sind.

 

Heute geht's um Emotionen. 

Wo ordnen wir denn eigentlich Emotionen ein?

 

Sind sie im Körper? Da können wir sie auf jeden Fall spüren. Sind sie im Geist? Damit können wir sie auf jeden Fall verstehen und entscheiden, was wir damit machen. Sie können uns auch führen im Tun. Sind sie in der Seele? Die Seelenwelt wird oft auch als Gefühlswelt bezeichnet und Gefühle spielen eine große Rolle im Spirituellen oder der Seelenwelt, weil sie uns erst zeigen und spüren lassen, was da noch so abgeht.

 

Sie können uns überhaupt Zugang liefern zu „Dingen“, die wir nicht so einfach sehen und belegen können.

Gefühle oder Emotionen?

Ich würde also mal die These aufstellen, dass Gefühle und Emotionen Verbindungselemente sind zwischen Körper, Geist und Seele.


Das möchte ich gern untersuchen. Dazu erstmal kurz der Unterschied zwischen Emotionen und Gefühlen. Ich las kürzlich eine ganz wunderbare Abhandlung dazu, aus der ich jetzt auch mal ein paar Zitate nehme:

 

Emotionen sind „Energien, die im Wesentlichen Ausdruck von Missverständnissen sind“ und Gefühle sind „Energien, die Ausdruck eines höheren Verständnisses sind. Gefühle sind Eure Lehrer, während Emotionen Eure Kinder sind.“ Emotionen sind Reaktionen auf Dinge, die für uns nicht verständlich sind. Wie z.B. ein Wutausbruch, sie sind intensiv, körperlich spürbar und „reißen aus dem Gleichgewicht“.

 

 „Gefühle [..] bringen [..] tiefer ins Gleichgewicht. Gefühle sind verwandt mit Intuition. Sie drücken ein anderes Verstehen aus.“ Sie sind eher ruhig und wie von außen kommend oder sich anschließend an Emotionen. Es sind subtile Wahrnehmungen, die uns Informationen geben über Atmosphären oder Zustände.

 

Ich glaube auch, dass es eine ziemlich fließende Grenze zwischen beiden gibt und manchmal eine Unterscheidung schwer fällt. Aber für hier möchte ich es als modellhaft für das Verständnis anführen. Für unser inneres Gleichgewicht und damit unsere Gesundheit, behaupte ich, müssen wir mit unseren Emotionen umgehen können.


Dieser Umgang ist für mich immer wieder eine große Herausforderung. Wenn wir Emotionen als Kinder bezeichnen, trifft es das für mich ganz gut. Und ich habe ein sehr trotziges Kind. Damit habe ich oft viel Widerstand gegen Emotionen, ich will, dass sie weggehen und mich nicht behindern. Da kommt der Stress und die Emotionen werden stärker. Klar, das Kind möchte gehört und die Emotion gefühlt und akzeptiert werden.

Sie hat mir etwas zu sagen und wenn ich dem zuhöre, übernehme ich Verantwortung für meine Emotionen und schiebe nicht dem Auslöser von außen den schwarzen Peter zu.

Es ist eine Entscheidung oder ein Resultat von Entscheidungen.

Körper, Geist und Seele in Einklang bringen Teil 2

Wenn ich mich also am Schienbein stoße, tut das weh und ich bin wütend. Auf das Tischbein? Das ist der Blick nach außen. Ich bin aber im Innen wütend. Wenn ich darauf schaue, das akzeptiere, bekomme ich vielleicht auch eine Botschaft, z.B. wie ich über Schuld denke, aber in jedem Fall wird die Wut gefühlt, geschätzt und nur dann kann sie auch wieder gehen.

 

Wenn ich ergo mit meinen Emotionen respektvoll umgehe, kann ich im Einklang sein mit mir, dem Körper, Geist und der Seele und auch mit allem um mich herum.

 

Denn Emotionen holen uns aus dieser Mitte heraus, weil ja aus irgendeinem Grund mein Gleichgewicht gestört wird. Warum bin ich denn wütend auf das Tischbein?

 

 

Diese Emotionale Intelligenz ist also ein wichtiger Bestandteil unserer Gesundheit.

Emotionale Intelligenz ist gesundheitsfördernd

Als ich letztens einen Artikel zur Erhöhung der Emotionalen Intelligenz las, merkte ich, dass alles, was da empfohlen wurde, pure Gesundheitsförderung ist.

 

1. Praktiziere Empathie

Empathie meint die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen. Um empathisch zu sein, muss man sich selbst kennen. Und um sich selbst kennen zu lernen, kann man sich in die Menschen um einen herum hineinversetzen und dann einen Umgang üben und lernen. Damit helfe ich mir, weil ich übe. Und anderen, weil ich sie verstehe.

 

2. Lerne, nein zu sagen

Allseits gebraucht, schwer zu tun. Vor allem für uns Frauen scheint das eine Herausforderung. Aber nein sagen zu können, ohne dabei Menschen hängen zu lassen, erhöht die Selbstwirksamkeit und Kontrolle. Das hat 2 Seiten: nein sagen zu anderen, wenn die nach Dingen fragen, die du nicht tun/geben kannst oder willst, ist schon schwer manchmal. Aber die andere Seite ist Selbstkontrolle und heißt auch nein sagen zu sich selbst, zu Impulsen oder Verlangen.

Beides reduziert Stress ganz erheblich und gesundheitsschädigendes oder umfeldschädigendes Verhalten.

 

3. Sei präzise

Je spezifischer wir Emotionen bezeichnen können, desto besser können wir sie verstehen und warum sie da sind. Daraus resultieren bessere Handlungs-entscheidungen für einen selbst und die Anderen.

 

4. Sei dir bewusst über deine Fähigkeiten

Wenn du weißt, welche Dinge dich abhalten von etwas (z.B. ins Fitnessstudio zu gehen) und die Faktoren in deiner Umwelt kennst, die dir helfen, kannst du Situationen vermeiden, die dich „schwach“ werden lassen und deine Fähigkeiten zu deinem Vorteil nutzen und die Stärken ausbauen.

In anderen Worten: Mach es dir leicht! Ist ja klar, wie das der Gesundheit hilft ;)

 

5. Sei offen für Neues

Durch Offenheit für Neues und Flexibilität erhöhen wir also unsere Emotionale Intelligenz. Das kann nur gesund sein, wenn ich offen durch die Welt gehe, denn dann habe ich keine Angst vor Veränderung und ich kann sie kommen sehen und mich drauf vorbereiten. Außerdem trainiert es Körper, Geist und Seele, wenn ich eine offene Haltung habe. Und meine Mitmenschen kann ich damit auch nicht diskriminieren oder verurteilen, nur weil sie anders sind als ich (da jeder Mensch anders ist als der Andere, ist das auch echt ne gute Sache).

Körper, Geist und Seele in Einklang bringen Teil 2

6. Kenne dich selbst gut und liebe dich, wie du bist

Einfacher gesagt als getan und das kann dauern. Wert ist es das allemal. Emotional intelligente Personen sind selbstbewusst, schwer zu kränken und geben sich schwer sozialem Druck hin, weil sie an ihren Dingen festhalten können und zwar bewusst.

Wenn du weißt, wer du bist und das voll annehmen kannst, bist du stark und unerschütterlich und niemand kann dich in Frage stellen. Höchstens ein paar Glaubenssätze ;) ... aber dafür bleiben wir ja offen für Neues (siehe Punkt 5).

 

7. Reflektiere Fehler

Alle machen Fehler. Die Kunst ist es, damit umzugehen. Die einzig gesunde Frage ist: Was kann ich daraus lernen? Und die Antwort trägst du dann mit dir.

 

8. Vergeben

Vergeben hat nichts mit hinnehmen zu tun oder etwas in dein Leben zu lassen, was du nicht willst. Es hat viel mehr mit dir selbst zu tun und mit deinem Ego. Es ist ein Loslassen von negativen Emotionen, die wir festhalten und die uns festhalten/zurückhalten. Vergeben heißt, den eigenen Schmerz sehen und den Schmerz des Anderen sehen (empathisch). Es ist ein Geschenk für dich selbst und für den/die AndereN. Das erhöht die Emotionale Intelligenz und befreit von zurückhaltenden Emotionen und es klärt Beziehungen.

9. Mach Pausen von der Technologie

Die Digitalisierung ist toll, macht uns vieles leichter ... auch den Zugang zueinander und das ständig und überall ... Das heißt auch, dass wir jederzeit beeinflusst werden, unsere Stimmung oder wir unterbrochen werden. Manchmal ist es echt gut, einfach auszuschalten, ohne Störung und dem Geist Ruhe und Raum zu geben, sowie dem Körper ein Ausruhen zu ermöglichen oder ganz für jemanden da zu sein.

 

 

10. Gib die Idee von Perfektion auf

 

Was ist schon perfekt? Und warum strebe ich danach? Es demotiviert und es heißt, ständig nach etwas zu streben, was es nicht geben wird. Ich konnte das noch nie verstehen, weil ich kaum ehrgeizig bin. Mein Glück. Aber trotzdem will ich es hier anbringen, denn ich glaube, dass es sehr viel gesünder ist, sich darauf zu fokussieren, wie ich das nächste Mal schon gewachsen sein werde.

 

11. Dankbarkeit üben

Wofür bist du dankbar? Was hast du, wofür du dankbar bist?

Es ist manchmal beten (nicht bitten!) oder einfach etwas teilen oder eine Liste machen – es erhöht das Wohlfühlen in der Situation, wir sehen die Welt anders, es gibt einen boost und heiligt, feiert, was wir alles haben und wie wundervoll die Welt ist, in der wir hier leben.

12. Schlafe genug

Wir brauchen Erholung! Wir brauchen Schlaf, genug Schlaf. Gib diesem wichtigen Element Raum und Zeit. Und ich möchte hier auch sämtliche Erholungsmöglichkeiten, Meditationen und Pausen heiligen und anpreisen als essentiell. In einer Welt, in der alles schneller geht, braucht es immer noch Pausen und Rausgehen.

Also...

Mit unseren Emotionen gut umzugehen, heißt mit uns gut umzugehen. Und Emotionen als das zu sehen, was sie sind (nicht mehr und nicht weniger aus ihnen machen) ist elementarer Bestandteil der Gesundheit und der Einheit von Körper, Geist und Seele. Diese Kinder sind da, also kümmern wir uns doch liebevoll um sie. 


Im nächsten Teil erfährst du, wie der Einklang sein kann.


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