Tag der Arbeit

von Peggy Kammer

Tag der Arbeit

1. Mai: Tag der Arbeit.

 

Dass Arbeit sich wandelt, wir kaum noch ein Leben lang den gleichen Job in der selben Firma machen - das ist ein alter Hut.

 

Deshalb heute: Gedankensplitter, Infos und Fragen rund um unseren (un)liebsten Zeitvertreib.

 

 

Arbeiten und Geld verdienen. Geld verdienen ohne Arbeit. Arbeiten ohne Geld verdienen. Geld bekommen, ohne es zu verdienen. Das Geld arbeiten lassen. Arbeit geben und Arbeit nehmen. 

Oder so. Oder gar nichts.

Quelle: Duden online
Quelle: Duden online

Gedankensplitter

Wir fühlen uns als Einzelne entweder im Hamsterrad gefangen oder klinken uns aus.

Wir sind erschöpft und ausgebrannt (1) oder sehen unsere Arbeit als wichtigen Part unserer Selbstverwirklichung. Arbeit raubt uns Energie oder lässt uns erst zur Höchstform auflaufen.

 

Wir haben Vorannahmen über das, was Arbeit ist oder sein sollte. Und die Verbindung von "Arbeiten, um Geld zu verdienen" ist uns so selbstverständlich, dass die Idee einer Entkoppelung (2) sofort die Wächter unseres Leistungsprinzips auf den Plan ruft. 

 

Witzigerweise glauben die meisten von uns, dass nur wir selbst die besseren Menschen sind:

die mit der Moral (3). Die Anderen würden wahrscheinlich gar nichts mehr tun und faul herumlungern, sobald es ein Einkommen ohne Gegenleistung gäbe. Wir selbst würden natürlich weiterhin tätig und aktiv sein (4).

 

Manche pfeifen auf Moral und Verantwortung und nehmen mit, was sie kriegen können (5). Gemeinschaft? Nie gehört. (Das sind natürlich auch die Anderen.)

 

Manche Geld-Herstellungs-Firmen sind so klein, dass sie sogar in Briefkästen passen (6) und dort eine Rendite bringen, die so unglaublich groß ist, das hier die Pareto-Regel aufs Schönste und zugleich Hässlichste seine Vollendung findet. 

 

Manche fühlen sich verantwortlich und decken solche Skandale auf - mit allen Folgen, die bei Geheimnisverrat am Kapital so möglich sind (7)

 

Manche Menschen sinnieren darüber, was sie wirklich-wirklich tun wollen und stellen das Geld hinten an - und kommen dann gerade so über die Runden. Aber mit einem guten Gefühl (8).

 

Oder wir stellen das Prinzip "Leistung" in Frage und denken darüber nach, welchen Wert eine Leistung hat und wie viel es braucht, um gute Arbeit zu leisten und sie als solche zu bewerten (9).

 

Und während wir das alles tun, fällt uns vielleicht manchmal auf, wie privilegiert wir sind, überhaupt auf diesen Fragen herumkauen zu können - welch ein Luxus es ist, die Wahlfreiheit zu haben, was wir tun und lassen können, wie wir unser Potenzial am besten entfalten können, wo wir einen Unterschied machen können, was uns erfüllt und gut tut usw ...

 

Wir schimpfen so oft über Arbeitende, die streiken (bei der Bahn, im öffentlichen Dienst, ...). 

Anderswo auf der Welt arbeiten Menschen unter lebensgefährlichen und lebensfeindlichen Bedingungen (10) oder werden erschossen, wenn sie streiken, um überhaupt von ihrer Arbeit Lohn existieren zu können (11).

Infos

(1) Ich bin so fertig

 

(2) Mein Grundeinkommen

 

(3) Wie hast du's mit der Moral?

 

(4) Geht dann keiner mehr arbeiten?

 

(5) High Profits - No Taxes &  Mehr Geld für die Bosse

 

(6) Oh wie schön ist Panama

  

(7) Lux-Leaks - und dann ab ins Gefängnis

 

(8) Ist das Selbstausbeutung oder Leidenschaft?

 

(9) Ist eine Leistung anerkennenswert, wenn sie keine Mühe gekostet hat?

  

(10) Arbeiten unter Lebensgefahr

 

(11) Beim Streik erschossen

 

 

Wir sind die von Luxus-Fragen Geplagten.

 

Die Anderen sind die Geschundenen am Rande einer anderen Gesellschaft und am Rande unserer Welt, unseres Bewusstseins-Horizonts.

Fragen zum Weiterdenken

  • Was ist Arbeit - was ist Freizeit?
  • Was ist gute Arbeit?
  • Was bedeutet mir meine Arbeit?
  • Was will ich mit meiner Arbeit bewirken?
  • Wir wollen / können / müssen wir künftig arbeiten?
  • Was heißt es für uns, dass unsere Welt enger zusammenrückt und wir alle miteinander verwoben sind - jenseits aller Wirtschafts-Abkommen?
  • Und können wir die Verbindung von Arbeit und Geld überhaupt noch aufrechterhalten?

und und und ...

 

 

Ich erahne auch nur kleine Pfade, die zu Antworten führen könnten. 

Wann und wo sprechen wir gemeinsam darüber? 


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Kommentare: 1
  • #1

    Peggy (Donnerstag, 12 Mai 2016 16:18)

    Wie passend ... eine Kolumne von Sascha Lobo zur Krise der Arbeit

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/spd-auf-die-krise-der-arbeit-folgt-die-krise-der-partei-kolumne-a-1091679.html