Kollektive Intelligenz - ein Plädoyer für den Wandel

von Rainer Molzahn

Kollektive Intelligenz - ein Plädoyer für den Wandel
Daniela B. / pixelio

Kollektive Intelligenz ist seit einigen Jahren ein beliebtes Forschungsgebiet, oft hört man Leute von Schwarmintelligenz oder der Intelligenz offener elektronischer Netzwerke reden. Das meinen wir hier nicht so sehr – wir sind keine Stare, und wir sind keine Software.

 

Uns geht es um die Klugheit tatsächlicher lebender Menschen in tatsächlichen Systemen, Gemeinschaften und Organisationen.

Unsere Welt ist im Wandel und wir mit ihr.

Noch nie waren wir weltweit so akut abhängig voneinander.

 

Noch nie waren die Auswirkungen unseres kollektiven Handelns auf unseren Heimatplaneten so gravierend. Noch nie waren die Bedrohungen, denen wir als Folgen unseres Einwirkens gemeinsam gegenüberstehen, so schicksalhaft für das Leben auf diesem Planeten.

Wir können ihnen nur gemeinsam begegnen, und dafür brauchen wir kollektive Intelligenz. 

Als Personen spüren wir die Wirkungen dieses Wandels, machen uns unsere Gedanken und reagieren darauf. Wir sind von einzelnen Veränderungen mehr oder weniger betroffen, versuchen zu begreifen, was geschieht und ziehen daraus Konsequenzen für unser weiteres Handeln. Wir konzentrieren uns auf uns selbst und die meisten von uns kommen damit irgendwie durch.

 

Als Mitglieder von sozialen Systemen, in unseren systemischen Rollen, gestalten wir Welt und sind dabei in vielfältiger Weise voneinander abhängig.

 

Um gemeinsam klüger zu handeln, um auf die Herausforderungen, vor denen wir gemeinsam stehen, kreativ und zukunftsorientiert zu antworten, braucht es das Beste von uns allen, den Beitrag und die Kompetenz jedes Einzelnen sowie die persönliche Bereitschaft, sich angesichts dieser Abhängigkeiten des eigenen Wirkens und Bewirkt-werdens bewusster zu werden – Ver-ant-wort-lichkeit im besten Sinne.

 

Eigentlich ist es also ganz einfach – wir sind alle Bewirkende und Bewirkt-Werdende im Prozess des Wandels. Wir können jederzeit anfangen uns dieser Tatsache bewusster zu werden.

 

Jeder kann genau an dem Ort, an dem er gerade steht und in den Rollen, die er innehat, seinen ganz einzigartigen und unverzichtbaren Beitrag für das Ganze leisten.

Das ist wunderbar und macht Hoffnung.

 

Denn obwohl das Ganze klüger werden muss als seine Teile, beginnt doch dieser Prozess immer bei uns als Personen. Eine Schneeflocke ist nicht verantwortlich für die Lawine, die sie auslöst, aber wir sind mitverantwortlich für alles, was wir gemeinschaftlich tun.

Oder lassen.


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