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Corona - eine spirituelle Betrachtung

von Thomas Böhme

Corona spirituell

 

Aktuell gibt es zwei große Lager in Deutschland und vermutlich auch im Rest der Welt – diejenigen, die meinen, es war doch gar nicht so schlimm und die lieber heute als morgen ihr „altes“ Leben zurückhaben wollen und diejenigen, die nach wie vor ängstlich sind, auf einen Impfstoff warten und dann zu ihrem „alten“ Leben zurückkehren wollen.

 

Beiden gemeinsam ist eine Sichtweise, komplexe Dinge mit einfachen Maßnahmen lösen zu wollen.

 


Diese Sichtweise zeigt sich in starkem Ausmaß in der Politik. Um eines klar vorweg zu stellen – ich kritisiere damit nicht die bisherige Arbeit der Politik. Als Führungskraft habe ich es selbst schon oft erlebt: man muss Entscheidungen treffen, man kann nicht warten und Dinge aussitzen. Und wenn man diese Entscheidungen trifft, sind sie aus der Sicht der Mitarbeiter manchmal unpopulär und können sich an der Retrospektive als falsch herausstellen und man wird dafür dann kritisiert. Ich bin nicht erst seit Corona sehr glücklich, in Deutschland zu leben und nicht in den USA, Großbritannien, Russland oder Brasilien.

 

Nur eine relativ kleine Fraktion beschäftigt sich offenbar mit den komplexen Wirkzusammenhängen. Schon frühzeitig wurde mir die Kriegsrhetorik in Politik und Medien bewusst – man spricht gern vom „Kampf“ gegen Corona-Viren. Bakterien und Viren sind aber seit Anbeginn der Zeit auf diesem Planeten, passen sich immer wieder neu an. Der Mensch lebt erst einen Bruchteil der Zeit auf der Erde und so einen Kampf kann man eigentlich nicht gewinnen.

 

Muss man auch nicht, man sollte einen Virus vielleicht einfach als das betrachten, was er ist – ein Lebewesen, welches Teil eines großen komplexen Wirkzusammenhangs auf Erden ist. Nun scheint die Welt schon seit längerem aus der Balance zu sein. Klimaveränderungen sind ein weiteres Stichwort. Zeit für mich, ernsthaft nachzudenken, Innenschau zu halten und den Spiegel, der mir geboten wird, dankbar anzunehmen.

 

Wie sieht die Innenschau für mich aus?

  • Reflexion meines Lebens – was ist wirklich wichtig für mich?
  • Benötige ich all die materiellen Dinge – meine schicke Kleidung liegt im Kleiderschrank, zu Hause trage ich aktuell T-Shirts und Jogginghose
  • „früher“ war ich gern auf Reisen – jetzt entdecke ich meine direkte Umwelt und deren Schönheit

 

Wenn ich tiefer in den Spiegel schaue, sehe ich aber auch andere Themen:

  • Leben wir als Gesellschaft in der besten der möglichen Alternativen?
  • Müssen wir nicht grundlegend etwas ändern, weil Dinge grundlegend falsch laufen?

Tanz mit dem Universum

Ich habe mich bei meinen Aufenthalten in Indien auch (oberflächlich) mit der indischen Religion beschäftigt. Ich bin nach wie vor fasziniert vor der überbordenden Anzahl und Vielschichtigkeit an Göttern und schon etwas neidisch im Vergleich zu unserem monotheistischen Kulturkreis. 

 

Am meisten hängen geblieben ist für mich Trimurti – die Vereinigung der drei kosmischen Funktionen der Erschaffung, Erhaltung und Zerstörung (oder auch Umformung) durch die Versinnbildlichung der großen Götter Brahma (der Schöpfer), Vishnu (der Erhalter) und Shiva (der Zerstörer).

 

Bezogen auf unsere heutige Zeit sitzt da für mich ein übergewichtiger Vishnu, der sich nicht verändern/bewegen will und Brahma und Shiva fristen ein Schattendasein. Anders als dieser winzige Virus, der beständig mutiert, wollen wir das eigentlich gar nicht und haben uns genetisch die letzten tausend Jahre nicht angepasst und werden eher durch unser Reptiliengehirn gesteuert als durch unser Großhirn.

>>> Literatur: Think Limbic!

 

Aus meiner Sicht widersetzen wir uns damit aber grundlegenden kosmischen Gesetzen, die in der Dreieinigkeit der indischen Hauptgötter liegen. Deepak Chopra hat das letztes Jahr auf einem Vortrag, an dem ich teilhaben durfte, so wunderschön als „dancing with the cosmic universe“ beschrieben. Wenn wir uns aber dem Tanz verweigern, blockieren wir und dann werden wir krank.

Unser Verhältnis zum Leben

Und damit kommen wir zum eigentlichen Thema, des Pudels Kern dieses Artikels. Unser mechanistisches Weltbild sieht Krankheit als „Störung der normalen Funktion eines Organs oder Körperteils“ und diese Störung wird erkannt, behandelt und damit gelöst. Nur eine geringe Anzahl von Ärzten beschäftigt sich heute ganzheitlich mit Körper, Geist und Seele, sondern erstellt schnell eine Diagnose und entsprechende Gegenmaßnahmen, zumeist in Form von Arzneimitteln. Seelische Ursachen und Bedeutungen von Krankheiten spielen in der modernen Medizin eine untergeordnete Rolle. Dazu möchte ich gern auf das Buch meines Mentors Klaus Koeppe „Die mentale Hausapotheke“ verweisen, denn wir alle haben Heilung bitter nötig. Eines der Credos dieses Büchleins ist, dass jeder Mensch für seine eigene Krankheit und Gesundheit selbst verantwortlich ist. VerANTWORTung im Sinne von, ich selbst bin die Antwort auf das was geschehen ist oder geschieht

 

Wenn man diesem Grundsatz teilt, was sich tue, dann ist folglich eine Pandemie eine Krankheit, die die Antwort auf unsere Handlungen ist. COVID-19 ist eine Lungenkrankheit. Laut Klaus Koeppe repräsentiert die Lunge „unser Gesamtverhältnis zum Leben an sich. … Die Lunge wird krank, wenn eine große Unzufriedenheit mit dem Leben als Ganzem besteht. Die Lungenentzündung ist ein Alarmzeichen, dass unser Lebensnerv angegriffen ist; eine Situation ist eingetreten, die nicht nur Teilbereiche unseres Lebens, sondern ALLES betrifft: unseren Lebensnerv und unseren Lebenswillen. In der Lunge als Organ sitzt sozusagen unser Lebenswille. Dieser ist direkt abhängig von der LIEBE in unserem Leben. Wenn keine oder zu wenig Liebe in unserem Leben ist, wird es sinnlos und leer.  … Ist die Lunge entzündet, wird es Zeit etwas sehr Grundsätzliches im Leben zu ändern, so dass der Lebenswille wieder stark und gesund wird. Veränderung ist angesagt. Eine ehrliche Lebensinventur ist nötig.“

 

 

Die Fragen an uns als Spezies sollten sein:

  • Was macht unser Leben gerade sinnlos?
  • Was ist mit der Liebe in unserem Leben?
  • Was kann uns wieder Sinn geben?

„Am Anfang wirft das Universum Kieselsteine, später Gesteinsbrocken“.

Leider weiß ich nicht mehr, wo ich das gelesen habe, aber es hat sich fest als Lebensweisheit in mir eingeprägt.

 

Pandemien und massive Klimaveränderungen sind keine Kieselsteine mehr, aber auch noch keine Felsbrocken. Wir sollten daher aus meiner Sicht schnellstmöglich ins Handeln kommen und uns, unser Handeln und unsere Gesellschaft hinterfragen und grundlegende Veränderungen in Gang setzen.

 

Was möchtest du ändern? Wie sieht deine Innenschau aktuell aus? Was willst du wirklich?


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Kommentare: 3
  • #1

    Angelika Kleinknecht (Freitag, 12 Juni 2020 20:36)

    Endlich mal ein geistiger Rahmen, der sich gewaschen hat! Danke dafür!

  • #2

    Lydia Maria Eichiner (Montag, 06 Juli 2020 18:14)

    Oekonom (nicht nur Landwirtschaft sondern auch Oekonomie), die Gruenen als Antwort zum Umweltschutz, heute unter dem Titel Global Warming. Heute mit 66 verfolge ich das Tema seit meinem 18ten Lebensjahr. Tue was immer ich fuer moeglich halte.
    Ganzheitlich angehen waere vielleicht noch besser, und da ist schon einiges in Bewegung.
    Das ausfuehrlichste Buch in der letzten Zeit darueber fuer mich ist DRAWDOWN THE MOST COMPREHENSIVE PLAN EVER PROPOSED TO REVERSE GLOBAL WARMING EDITED BY PAUL HAWKEN.
    Editor Pinguin.com web site WWW.DRAWDOWN.ORG

    Verzicht auf Konsum und Arbeitslose, waere da auch noch so ein Tema.

  • #3

    Thomas Böhme (Dienstag, 07 Juli 2020 20:49)

    Danke liebe Lydia und Angelika für eure Kommentare! Ja, vieles ist in Bewegung und es braucht Menschen wie euch, die diese Botschaft weiter in die Welt tragen. Je mehr wir sind, um so mehr können wir bewegen.

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