Die transformative Kraft der Musik: Yegna

von Rainer Molzahn

Musik Yegna

 

 

Feministische Musik von Frauen für Mädchen (und Jungen!) aus dem ehrwürdigen und krisengeplagten Äthiopien

 

Äthiopien ist ein ganz besonderes Land. Es fasziniert mich seit vielen Jahren. Übrigens ist in seiner nationalen Symbolik die Fünf sehr prominent … 


Musik Yegna

 

Äthiopien ist uralt. Es gilt als einer der Ursprungsorte des modernen Menschen, und des Kaffees!

 

Äthiopien ist das bevölkerungsreichste Land der Welt ohne unmittelbaren Zugang zum Meer. Es ist umgeben von Sudan, Südsudan, Eritrea, Somalia und Djibouti – lauter von Krisen geschüttelten Regionen, viele davon islamisch identifiziert.

Äthiopien war immer ein von kultureller Diversität geprägter Vielvölkerstaat, bestehend aus über 80 ethnischen Gruppen und zahlreichen Sprachen.

 

Äthiopien war zusammen mit Armenien und Georgien eines der ersten Länder, in denen das Christentum dominant und schließlich Staatsreligion wurde – bereits im 4. Jahrhundert CE!

 

Äthiopien blieb nach der Schlacht gegen die italienische Kolonialarmee Ende des 19. Jahrhunderts neben Liberia das einzige unabhängige Land Afrikas. Kaiser Haile Selassi, der das Land nach dem 2. Weltkrieg modernisierte, ist bis heute die quasireligiöse Ikone der Rastafaris in der Karibik, die den Reggae hervorbrachten.

 

In diesem kulturellen Umfeld, auf den Schultern dieser mythologischen Wegbereiter*innen tanzend, entwickelte die Frauengruppe Endegna seit 2011 unter dem Namen Yegna ihren künstlerischen und politischen Beitrag: musikalisch unwiderstehlich, die weibliche Stärke und Weisheit der äthiopischen Frauen würdigend, die Mädchen und die die Jungen zum Handeln auffordernd, politisch klar positioniert: Endeswa! Bitte fordert mich nicht auf, die Worte Yegna, Endegna und Endeswa zu übersetzen, mein Amharisch ist grauenvoll. Aber unbedingt reinhören! 

In den letzten zwei Jahren hat sich die politische Situation in Äthiopien sowie zwischen Äthiopien und seinen Nachbarländern wieder kompliziert und destabilisiert. Teilweise ist sie gewalttätig eskaliert, und sie tut es täglich weiter. Insbesondere in Tigray.

 

Immer noch und immer wieder sind Frauen und Mädchen die Opfer und Leid Tragenden dieser Entwicklung. Und um Endegna ist es still geworden; offiziell haben sie sich ihren ‚Solokarrieren‘ zugewandt. Warum?

 

Mit diesem Post möchte ich ihren Beitrag ehren. 


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Kommentare: 3
  • #1

    Abiy Ahmed (Montag, 10 Januar 2022 20:18)

    ለዚህ ልጥፍ እናመሰግናለን!

  • #2

    Ngozi Okonjo (Dienstag, 11 Januar 2022 19:46)

    Right on!

  • #3

    Rainer Molzahn (Samstag, 15 Januar 2022 06:29)

    Thank your for your comments, friends! I've said it before, and I'll say it again: if there is hope, it lies in Africa!

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