Ich fühle mich ausgebrannt

von Franziska Hengl

Ich fühle mich ausgebrannt
Jürgen Jotzo / pixelio.de

Computer doof, Sonne doof, Hose doof,

Essen doof, alles doof. 

 

Alles nervt, ist anstrengend und sinnlos.

Natürlich nicht alles, aber es fühlt sich so an.

 

Ich fühle mich ausgebrannt – emotional ausgebrannt …

Was kann helfen?

Es ist keine Müdigkeit oder Schlappheit, es ist eine überragende Lustlosigkeit und Müdigkeit im Kopf… ich will nur noch aus dem Fenster starren.

 

Meine eigenen Gefühle und die der Anderen überwältigen mich, ich reagiere sauer auf jeglichen Menschenkontakt.

 

Kennst du das?

Ich nenne es emotional ausgebrannt – na ja noch bin ich nicht lichterloh verbrannt, aber den Zustand kenne ich doch ab und zu wieder.

 

Warum ist das so?

Als sensibler Mensch nehme ich meine Gefühle stark wahr und auch die der Anderen und wenn ich dann viel mit Menschen zu tun habe… brennt es irgendwann oder besser: nichts brennt mehr.

 

Ich glaube, dass die meisten Menschen, die einen Job haben, der viel mit anderen Menschen zu tun hat - helfen, pflegen, verkaufen, kümmern, reden…  sensible Menschen sind, die diesen Zustand so oder so ähnlich kennen.  

Was tust du dann?

Mein erster Impuls ist meist: Glotze an. Irgendein Film, einfach, ZDF-Schnulze oder so. Dann kann ich abtauchen… und… hm. Aber eigentlich hab ich ja dann schon wieder mit anderen Menschen und Schicksalen und Gefühlen zu tun…?

 

Es ist dann eine Geschichte, die mich nichts angeht, richtig, daher kann ich irgendwie abschalten, aber was mach ich mit meiner gefühlsmäßigen Ausgebranntheit?

 

Eigentlich sollte ich doch eher mal genau hinsehen, was ich denn da fühle und wie es mir geht?

 

Nee! Das ist mir auch zu viel. 

Also doch aus dem Fenster starren.

Ich fühle mich ausgebrannt
Quelle: kunstnet.org

Irgendwie hilft das.

 

Egal was es dort zu sehen gibt, ich will gar nichts sehen, nur starren. Geräusche kriegen meine kurze Aufmerksamkeit, Vogelgesang, Autos, Nachbarn, Vögel, die Sonne scheint, die Blätter wackeln im Wind, es blüht, eine Hummel, Bauarbeiten, die Amsel singt…

 

 

 

 

Zeitverschwendung? Mir gerade egal.

 

Der Himmel ist blau, einzelne Wolken sehe ich und Schwalben fliegen. Ich merke, wie ich leichter werde. Immer leichter. Dann erreicht mich die Sonne, tiefer drinnen.

 

Nach einer ganzen Weile nur aus dem Fenster sehen, geht es mir besser, viel besser.

 

Die Welt mit ihren Problemen ist nicht mehr so schwer, sondern leicht und genau so wie sie ist, sinnvoll. Jetzt kann es wieder weiter gehen. 

Ich fühle mich ausgebrannt
Quelle: kirchebrienz.ch

 

Mein Geheimtipp für heute:

 

Immer mal einfach nur aus dem Fenster starren und alles vorbei ziehen lassen.

 

 

Einen Moment alles stehen und liegen lassen, abschalten, wahrnehmen. 


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